Lernen zu denken.

Natührliche Neugierde

Kinder haben eine angeborene Neugierde und wollen ab dem ersten Tag alles lernen.

Kinder lernen nicht „auf Kommando“ – sie lernen, weil ihr Gehirn dafür gebaut ist. Kleine Kinder lernen durch Wiederholung, Beziehung und echte Erfahrungen.

🌱 1. Lernen durch Beziehung (Bindung als Motor)

Ein Kind lernt am besten, wenn es sich sicher und gesehen fühlt. Die Bezugsperson ist der „sichere Hafen“, von dem aus das Kind sich traut, Neues auszuprobieren.

  • Blickkontakt
  • gemeinsame Aufmerksamkeit
  • liebevolle Begleitung
  • feinfühliges Reagieren

→ Ohne Bindung kein gutes Lernen.

🧠 2. Lernen durch Wiederholung

Das kindliche Gehirn liebt Wiederholungen. Durch ständiges Wiederholen entstehen stabile Verbindungen im Gehirn.

Beispiele:

  • immer wieder den gleichen Bauklotz stapeln
  • jeden Tag dieselben Lieder
  • Routinen beim Essen, Schlafen, Spielen

→ Wiederholung schafft Sicherheit und Kompetenz.

👐 3. Lernen durch Tun (Handlungslernen)

Kinder lernen nicht durch Erklärungen, sondern durch Handeln.

  • Dinge anfassen
  • ausprobieren
  • Fehler machen
  • Erfolg erleben

→ „Begreifen“ kommt von „greifen“.

👀 4. Lernen durch Beobachtung

Kinder schauen genau hin und ahmen nach.

  • Mimik
  • Sprache
  • Bewegungen
  • soziale Regeln

→ Sie lernen, wie man sich in der Welt verhält, indem sie Erwachsene beobachten.

🎲 5. Lernen durch Spiel

Spiel ist kein Zeitvertreib – es ist die Hauptform des Lernens.

Im Spiel übt ein Kind:

  • Problemlösen
  • Sprache
  • soziale Regeln
  • Feinmotorik
  • Kreativität

→ Spielen ist Lernen in seiner natürlichsten Form.

🌍 6. Lernen durch Alltagssituationen

Kinder lernen am meisten im Alltag, nicht in „Lernprogrammen“.

  • Tisch decken
  • Anziehen
  • Aufräumen
  • Essen mit Besteck
  • Kontakt mit anderen Kindern

→ Alltag = Lernlabor.

💬 7. Lernen durch Sprache

Sprache ist ein Werkzeug, um die Welt zu ordnen.

  • Benennen
  • Erzählen
  • Fragen
  • Zuhören

→ Sprache strukturiert Denken.

❤️ 8. Lernen durch Emotionen

Alles, was mit starken Gefühlen verbunden ist, bleibt besser im Gedächtnis.

  • Freude
  • Staunen
  • Stolz
  • auch Frust und Ärger

→ Emotionen machen Lernen lebendig.

Spielerische Förderung: Kinder lernen am besten durch Spiel. Gib ihnen altersgerechte Spielzeuge, die sie herausfordern, wie Stapelbecher, Puzzles oder Bauklötze. Sie fördern motorische und kognitive Fähigkeiten.

Sprache und Interaktion: Sprich viel mit dem Kind, auch wenn es noch nicht antworten kann. Zeige auf Gegenstände, benenne sie und beschreibe, was du tust. Interaktion ist ein wichtiger Bestandteil des Lernens.

Umgebung erkunden lassen: Lasse das Kind in einer sicheren Umgebung selbstständig Dinge erforschen. Indem es Dinge anfasst, sieht und hört, wird es neue Verbindungen im Gehirn knüpfen.

Nachahmung: Einjährige lernen viel, indem sie Erwachsene nachahmen. Zeige ihnen einfache Handlungen, wie das Schlagen auf ein Tamburin oder das Werfen eines Balls.

Geduld und Wiederholung: Kinder in diesem Alter lernen durch Wiederholung. Wiederhole Spiele, Lieder oder Aktivitäten, um sie zu festigen.

Positive Verstärkung: Lobe sie für kleine Fortschritte. Ein Lächeln, Applaus oder freundliche Worte motivieren sie, weiter zu lernen.

Das Wichtigste ist, ihnen die Freiheit zu lassen, in ihrem eigenen Tempo zu lernen, ohne Druck. Lernen ist in diesem Alter etwas Natürliches – du bist dabei, ihre angeborene Neugier zu fördern.

Tipps und Tricks

  1. Freiraum geben: Lass das Kind erst einmal selbst versuchen, das Problem zu lösen, bevor du eingreifst. Beobachte, wie es an die Sache herangeht, und greife nur ein, wenn nötig.
  2. Hilfestellung statt Lösungen anbieten: Wenn das Kind nicht weiterkommt, gib kleine Hinweise oder stelle Fragen wie: „Was glaubst du, könntest du jetzt tun?“ oder „Hast du schon einmal versucht, es so zu machen?“.

    Einfache Herausforderungen schaffen: Baue im Alltag kleine Herausforderungen ein, wie z.B. das Öffnen einer einfachen Dose, das Finden eines versteckten Spielzeugs oder das Zusammenstecken von Bauklötzen.
  3. Problemlöseschritte spielerisch üben: Kinder lernen gut durch Spiele. Wähle Spiele oder Aktivitäten, bei denen sie herausfinden müssen, wie etwas funktioniert – zum Beispiel Steckspiele, wo Formen in die passenden Löcher gebracht werden müssen.
  4. Geduld und Ermutigung zeigen: Lobe das Kind, wenn es Fortschritte macht oder kreative Ansätze ausprobiert. Das motiviert, auch bei größeren Problemen dran zubleiben.
  5. Geduld und Ermutigung zeigen: Lobe das Kind, wenn es Fortschritte macht oder kreative Ansätze ausprobiert. Das motiviert, auch bei größeren Problemen dranzubleiben.
  6. Vorbilder sein: Zeige, wie du selbst ein Problem löst, und erkläre deine Schritte dabei. Kinder ahmen oft nach und lernen durch Zuschauen.
  7. Das Wichtigste ist, dass das Kind Spaß daran hat, selbst Lösungen zu finden, und sich nicht entmutigt fühlt. Je mehr du es dazu ermutigst, desto sicherer wird es in der Problemlösung.


Wie helfe ich meinem Kind die elterliche Entscheidungen zu verstehen und zu akzeptieren:

  1. Klare und altersgerechte Kommunikation: Kinder verstehen Entscheidungen besser, wenn sie wissen, warum sie getroffen wurden. Erkläre dem Kind in einfachen Worten, warum eine bestimmte Entscheidung wichtig ist, z. B. „Wir gehen jetzt ins Bett, damit du morgen genug Energie hast.“
  2. Vorbildfunktion: Kinder lernen durch Beobachtung. Wenn Eltern selbst respektvoll mit Regeln oder Entscheidungen umgehen, geben sie ein gutes Beispiel, das Kinder nachahmen können.Konsequenz zeigen: Wenn Eltern konsistent bei ihren Entscheidungen bleiben, verstehen Kinder, dass die Regeln gelten und nicht verhandelbar sind. Zu viel Nachgeben kann zu Verwirrung führen.
  3. Empathie und Zuhören: Höre auf die Wünsche oder Bedenken des Kindes, bevor du eine Entscheidung triffst. Wenn das Kind sich gehört fühlt, ist es eher bereit, die Entscheidung zu akzeptieren.
  4. Beteiligung fördern: Ab einem bestimmten Alter kannst du das Kind in Entscheidungen einbeziehen. Zum Beispiel: „Möchtest du zuerst deine Hausaufgaben machen oder dein Zimmer aufräumen?“ Das gibt ihnen ein Gefühl von Kontrolle innerhalb vorgegebener Grenzen.Beteiligung fördern: Ab einem bestimmten Alter kannst du das Kind in Entscheidungen einbeziehen. Zum Beispiel: „Möchtest du zuerst deine Hausaufgaben machen oder dein Zimmer aufräumen?“ Das gibt ihnen ein Gefühl von Kontrolle innerhalb vorgegebener Grenzen.
  5. Positiver Umgang mit Grenzen: Vermittle, dass Regeln und Entscheidungen aus Liebe und Fürsorge getroffen werden, nicht aus Strenge. Kinder verstehen mit der Zeit, dass Entscheidungen oft zu ihrem Wohl getroffen werden.
  6. Das Wichtigste ist eine Balance zwischen Führung und Verständnis. Es geht darum, Kindern Sicherheit und Orientierung zu geben, während sie gleichzeitig lernen, eigene Meinungen zu entwickeln und mit Respekt zu kommunizieren.

Beispiel; wo kommt die Trinkflasche hin?

Problem; Eine Regel bei uns ist, die Trinkflasche gehört auf den Kindertisch, wenn der Durst gestillt ist. Dort steht das Trinken für die Kinder, damit sie immer Zugang zum Trinken haben. ( jeder hat seine Flasche und erkennt sie auch wieder)

🌼 Wie Kinder lernen, die Flasche selbstständig zu trinken

Liebe Eltern, manche Kinder möchten ihre Flasche anfangs gern im Arm behalten. Das ist völlig normal – es gibt ihnen Nähe, Sicherheit und Gewohnheit. Gleichzeitig merken sie noch nicht, dass sie mit beiden Händen viel freier spielen könnten.

Deshalb übe ich mit den Kindern geduldig und immer wieder, die Flasche selbstständig zu halten und zwischendurch abzusetzen. Durch die regelmäßige Wiederholung verstehen sie nach und nach:

  • dass sie beide Hände zum Spielen frei haben
  • dass sie sich leichter bewegen können
  • dass es praktisch ist, die Flasche kurz abzustellen
  • dass sie selbstständig etwas schaffen, was vorher schwierig war

Mit der Zeit entdecken die Kinder von ganz allein, wie hilfreich diese neue Fähigkeit ist. Sie erleben Erfolg, Stolz und Selbstwirksamkeit – und genau das macht Lernen im frühen Kindesalter so wertvoll.

🌼 Selbstständige Entscheidung

*Jetzt beginnt die Phase, in der die Kinder selbst entscheiden möchten, wo die Flasche stehen soll. Das gehört zu ihrer wachsenden Selbstständigkeit.

Dabei ist viel Geduld gefragt – denn manchmal testen sie einfach aus, wer den längeren Atem hat. Natürlich ganz ohne Schimpfen, Druck oder Laut werden.

Mit liebevoller Konsequenz und vielen Wiederholungen lernen die Kinder nach und nach, die Flasche so zu platzieren, ( in unserem Fall auf dem Kindertisch), dass sie beide Hände frei zum Spielen haben.*

Ich nehme die Flasche aus der Hand stelle diese immer wieder auf den Tisch. Immer und immer wieder.

Jetzt muss euer Kind die richtige Lösung finden:

Hat Ihr Kind die richtige Entscheidung getroffen, wird es gelobt. Mit Kuscheln, Freude oder Zeit mit den Eltern. Ist es noch nicht die richtige Entscheidung, bedarf es noch etwas Geduld. Keine Sanktionen sondern weiter Geduld und vorleben, was richtig ist.

Langeweile

Bekommen die Kinder nichts zu lernen,

werden sie launisch, hören nicht mehr auf die Eltern, weil das Langweilig ist! Neues Spielzeug sollte ein paarmal vorgemacht werden um die Funktionen kennen zu lernen.

Toddler sitting thoughtfully on a rug among colorful toys

Wenn der Hunger nach Informationen nicht befriedigt wird, dann beginnen Kinder sich andere Gewohnheiten anzueignen.

  1. Aufmerksamkeit suchen – durch gängeln, Gespräche stören, laut schreien, schuppsen und vieles mehr. Da könnt Ihr bestimmt einiges ergänzen.
  2. Unzufriedenheit – weil das, was es sich vornimmt, nicht gelingt.
  3. Das Kind kann sich nicht gut mitteilen, es wird dadurch nicht beachtet und kann schlecht um Hilfe bitten. Das ist frustrierend für ein Kind. Das macht einsam.
  4. Wird ein Kind nicht Motiviert zu lernen, fehlt ihm Wissen, um sein Leben glücklich leben zu können. Das kann zu einem kurzen Leben führen.
  5. Durch fehlendes Wissen, wird ein Kind unsicher oder wütend und benachteiligt von der Gesellschaft. So ein Kind führt sein Leben mit Gewalt, weil es nicht gelernt hat, wie es richtig geht.

Verlangsamte kognitive Entwicklung: Kinder brauchen Anreize, um ihre Denkfähigkeiten zu entwickeln. Ohne neue Impulse könnten sie Schwierigkeiten haben, Zusammenhänge zu erkennen oder Probleme zu lösen.

Geringere Sprachentwicklung: Kinder lernen Sprache vor allem durch Zuhören und Sprechen. Wenig sprachlicher Austausch kann dazu führen, dass ihre Ausdrucksfähigkeit und ihr Wortschatz langsamer wachsen.

Weniger soziale Kompetenz: Interaktion mit Bezugspersonen und anderen Kindern hilft beim Erlernen von Kommunikation, Empathie und Zusammenarbeit. Ohne diese Impulse könnte es für sie schwieriger sein, soziale Beziehungen zu knüpfen.

Geringere Neugier und Motivation: Kinder, die wenig ermutigt werden, neue Dinge zu entdecken oder Fragen zu stellen, könnten weniger Interesse daran haben, sich Wissen selbstständig anzueignen.

Mögliche Unsicherheit oder Frustration: Wissen hilft Kindern, ihre Umwelt zu verstehen. Wenn ihnen grundlegende Informationen fehlen, könnte das zu Unsicherheit oder Frustration führen, wenn sie mit Herausforderungen konfrontiert werden.

Aber: Kinder sind erstaunlich anpassungsfähig und holen oft vieles durch eigene Neugier nach. Eine inspirierende Umgebung, liebevolle Begleitung und spielerisches Lernen sind die Schlüssel, um ihre Entwicklung bestmöglich zu unterstützen.

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