Eingewöhnung

in die Grippe, zur Tagesmutter und dem Kindergarten.

Family standing outside Kindergarten Sonnenschein with child holding stuffed toy

Liebe Eltern,

der nächste Schritt in der Entwicklung eueres Kindes steht an. Der erste Schritt allein.

🌼 Warum Vorbereitung wichtig ist

  • Die Eingewöhnung ist ein sensibler Prozess, bei dem Kinder eine neue Bezugsperson kennenlernen und Vertrauen aufbauen müssen. Eine gute Vorbereitung reduziert Stress und erleichtert den Start.
  • Kinder unter drei Jahren befinden sich in einer sensiblen Phase der Bindungsentwicklung – Vorbereitung stärkt Sicherheit und Urvertrauen.
  • Gut vorbereitete Kinder zeigen weniger Trennungsangst, sind weniger überfordert und finden schneller in die neue Routine.

🧩 Wie unterschiedlich können die Voraussetzung eines Kindes sein ?

Hier ein paar Beispiele:

1. Es gibt Eltern, die sich ihr Kind so sehr gewünscht haben, dass das loslassen sehr schwer fällt. Diese Eltern haben ihr Kind überall hingetragen, sie haben es keine Sekunde allein gelassen und haben dem Kind alles ( z B: Spielzeug holen, an den richtigen Platz setzen, wenn es schreit -sofort erscheinen) vor die Füße gelegt. Das Kind wird dadurch unselbständig. Dieses Kind wird seine Eltern nicht loslassen – es wird mit Sicherheit schreien, damit die Eltern sofort zurückkommen. Das hat es gelernt. Die Eingewöhnung wird schwer und langwierig.

2. Dann gibt es Eltern, die ihr Kind wenig beachten. Das Kind sieht nach den Eltern, weil sich das Kind nach Aufmerksamkeit sehnt. Das Kind leidet darunter keine Bindung und Betreuung zu bekommen. Dafür wird das Kind schnell selbstständig. Allerdings mit einer weinenden Seele.

3. Es gibt aber auch Eltern, die ein ungefähres Gleichgewicht, zwischen Bindung und Selbständigkeit pflegen. Das Kind geht ohne Bedenken in seine Betreuung und ist vor allem neugierig, auf alles was jetzt kommt. Das sind die besseren Voraussetzung für eine Eingewöhnung.

🌼Jedes Kind reagiert anders, beim ersten selbständigen Schritt ins Leben.

Es hängt davon ab, wie alt das Kind ist und wie selbstständig es bereits handeln kann.

In diesem Fall möchte ich Beispiele bringen.

  • Das Alter:
  • Unter 8 Monaten haben die wenigsten Kinder Probleme, neuen Menschen zu begegnen.
  • Ungefähr ab dem Alter von 14 Monaten, gehen Kinder bewusster auf neue Menschen zu. Jetzt wissen viele Kinder, sie bekommen Essen, Trinken, Schutz und Geborgenheit von den Eltern. Das sind die Grundbedürfnis von allen Kinder. Doch bekommt es das auch von der neuen Person? Deshalb haben viel Kinder Angst vor dem ersten Schritt ( unbewusst). In diesem Fall, haben die Kinder noch keine Erfahrungen mit anderen Personen gemacht.
  • Ab einem Alter von 18 Monaten, haben die meisten Kinder schon einen großen Einblick ins Leben kennen gelernt. Sie haben schon ein paar Strategien entwickelt, wie man seine eigenen Bedürfnisse durchsetzen kann. Jetzt sind schon viele Kinder in der Lage, die Eltern um den Finger zu wickeln. Kinder in dem Alter entscheiden bewusster, ob sie in die Betreuung wollen oder nicht.

Um mit dieser Situation bestmöglich umzugehen, erinnere ich an die Blockseite „Mein Kind richtig lesen lernen„

„Mein Kind richtig lesen lernen„

Betreuung bei einer Tagesmutter

Der erste Schritt des Loslassens beginnt nicht damit, dass Eltern sich zurückziehen – sondern damit, dass das Kind beginnt, die Welt ein Stück weit selbst zu erkunden. Mit einem Jahr löst es sich immer wieder für kurze Momente: Es krabbelt weg, steht auf, schaut zurück, sucht Blickkontakt. Dieses Hin‑und‑Her ist der Anfang des Loslassens.

Für die Eltern bedeutet dieser Moment, dass sie lernen müssen, dem Kind kleine Distanzen zuzutrauen. Sie lassen es gehen, obwohl ihr Herz manchmal festhält. Für das Kind bedeutet dieser Moment, dass es spürt: Ich darf mich entfernen – und ich darf zurückkommen. Dieses Wechselspiel ist die Grundlage für Vertrauen, Selbstständigkeit und sichere Bindung.

Loslassen heißt also nicht, das Kind allein zu lassen. Loslassen heißt, dem Kind zu erlauben, sich zu entfalten – und gleichzeitig da zu sein, wenn es wieder Nähe braucht.

Tipps und Tricks

Wie bereite ich mein Kind für die Eingewöhnung vor?

Punkt 1: Besuche bei Oma und Opa und oder Freunden.

Dabei lernen Kinder, das andere Menschen auch okay sind. Ich denke dabei an Besuche bei den Eltern. Das ist auch die Gelegenheit, das ihr Kind auch einmal von jemanden anderen gefüttert wird.

Punkt 2: Trennung im kleinen üben.

Zum Beispiel. ab und zu ihr Kind allein lassen. Die Eltern bleiben in Sichtweite.

  • Setz dich bewusst 1–2 Meter entfernt hin
  • Lass das Kind spielen, während du ruhig präsent bist
  • Halte Blickkontakt, wenn es sucht – aber geh nicht sofort hin
  • Wiederhole diese Mini‑Momente täglich

Punkt 3: Verlässliche Rückkehr zeigen

Das Kind lernt, dass du immer wiederkommst – das ist die Grundlage für Vertrauen.

Sag ruhig: „Ich bin hier. Du spielst, und ich komme gleich wieder zu dir.“

  • Entferne dich für 5–10 Sekunden, bleibe hörbar
  • Komm zurück, bevor das Kind überfordert ist
  • Steigere die Zeit sehr langsam
  • Wiederhole das Ritual immer gleich

Punkt 4: Emotionen begleiten, nicht verhindern

Das Kind darf Unsicherheit zeigen – du begleitest, ohne den Prozess zu stoppen.

  • Sag: „Ich sehe dich. Du bist nicht allein. Du schaffst das.“
  • Nähe geben, wenn es wirklich braucht – nicht zu früh
  • Reagiere ruhig, nicht hektisch
  • Benenne Gefühle: „Du bist unsicher. Ich bin da.“
  • Halte die Distanz, solange das Kind nicht in Stress kippt

Rituale für kurze Trennungen einführen

Wiederkehrende Abläufe geben Sicherheit und machen das Loslassen vorhersehbar.

  • Nutze ein kleines Ritual: winken, ein Satz, ein Kuss
  • Wiederhole es immer gleich
  • Halte Trennungen kurz und klar
  • Lobe das Kind für seinen Mut, nicht für Leistung

zurück zum Inhaltsverzeichnis